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Isa Erzi Sachverständigenbüro für Bauwesen

Beweissicherung

Wenn ein Zustand am Bau später strittig werden kann, muss er festgehalten werden, solange er noch vorhanden ist. Genau das leistet eine Beweissicherung.

Wann eine Beweissicherung nötig ist

Am Bau verschwinden Tatsachen schnell. Eine Wand wird geschlossen, ein Estrich eingebracht — und der Zustand, auf den es ankommt, ist nicht mehr zugänglich. Wer ihn später beweisen muss, steht ohne Grundlage da. Die vier häufigsten Anlässe:

  • Vor Baubeginn: Dokumentation des Bestands am eigenen Objekt und an Nachbarobjekten, bevor Aushub, Abbruch, Ramm- oder Verdichtungsarbeiten beginnen. Ohne diesen Ausgangsbefund lässt sich nicht mehr trennen, welcher Riss neu ist und welcher schon vorher bestand. Typischer Fall: Nebenan wird gebaut, und Sie wollen Ihr Haus vorher dokumentieren lassen.
  • Bei Vertragskündigung während der Ausführung: Feststellung des tatsächlichen Leistungsstands zum Stichtag — was ist hergestellt, in welcher Qualität, was fehlt. Das ist die Grundlage jeder Schlussabrechnung nach einer Kündigung.
  • Bei Handwerkerstreit: Befundaufnahme im laufenden Konflikt, bevor der eine Unternehmer abzieht und der nächste das Bild verändert.
  • Zur Vorbereitung eines Verfahrens: Aufbereitung des Sachverhalts für Ihre Rechtsvertretung, damit ein Antrag auf gerichtliche Beweissicherung technisch präzise gestellt werden kann.

Privat oder gerichtlich

Die private Beweissicherung beauftragen Sie direkt. Sie ist schnell — oft innerhalb weniger Tage — und Sie bestimmen den Umfang. Ihre Beweiskraft vor Gericht ist die eines Privatgutachtens.

Die gerichtliche Beweissicherung (Beweissicherungsverfahren) beantragt Ihre Rechtsvertretung bei Gericht. Nach § 384 Abs 1 ZPO kann die Vornahme eines Augenscheins oder die Vernehmung von Zeugen und Sachverständigen zur Sicherung einer Beweisführung in jeder Lage des Rechtsstreits und selbst noch vor dessen Beginn beantragt werden, wenn zu besorgen ist, dass das Beweismittel sonst verloren oder seine Benützung erschwert würde. Für Bausachverhalte ist meist § 384 Abs 2 ZPO der einschlägige Weg: Danach kann die Beweisaufnahme auch ohne diese Voraussetzung angeordnet werden, wenn der gegenwärtige Zustand einer Sache festgestellt werden soll und der Antragsteller ein rechtliches Interesse an dieser Feststellung hat. Wird das Gericht tätig, arbeitet der bestellte Sachverständige nicht für eine Seite, sondern für das Gericht.

Die hier genannten Bestimmungen geben den Gesetzestext wieder und dienen der Einordnung des technischen Sachverhalts. Sie ersetzen keine Rechtsberatung; die rechtliche Beurteilung Ihres Falls bleibt Ihrer Rechtsvertretung vorbehalten.

Wie ich vorgehe

Ortstermin mit Fotodokumentation, Maßaufnahme und, wo nötig, Bauteilöffnung in Abstimmung mit Ihnen. Befund und Bewertung bleiben getrennt. Sie erhalten eine Dokumentation, die für sich steht — auch dann noch verwertbar, wenn der Zustand längst verändert ist.

Tätig werde ich in Vorarlberg, im Fürstentum Liechtenstein, in der Ostschweiz und im angrenzenden Süddeutschland. Bei gerichtlicher Bestellung gilt diese räumliche Einschränkung nicht.

Was ich technisch beurteile

Gerichtlich zertifiziert bin ich für die Fachgebiete Verputzarbeiten (73.65), Herstellung von Wärmedämmverbundsystemen (73.70) und Trockenbauarbeiten (73.75), eingetragen beim Landesgericht Feldkirch. In diesen Fachgebieten werde ich von Gerichten bestellt. Die Eintragung ist in der Sachverständigenliste der Justiz nachprüfbar.

Alle weiteren Leistungen — die Beurteilung anderer Bauteile und Gewerke, Bauherrenvertretung, Projektsteuerung sowie Abrechnungs- und Nachtragsprüfung — erbringe ich als Privatgutachter und Berater auf Grundlage meiner Ausbildung, meiner Gewerbeberechtigungen und über dreißig Jahren Praxis am Bau.

Den grundsätzlichen Unterschied zwischen privatem und gerichtlichem Gutachten beschreibe ich unter Privatgutachten oder Gerichtsgutachten.

Für wen diese Leistung relevant ist

  • Bauherren und Eigentümer, bevor am eigenen oder am Nachbarobjekt Aushub-, Abbruch-, Ramm- oder Verdichtungsarbeiten beginnen
  • Hausverwaltungen und Immobilieneigentümer, die den Bestand einer Liegenschaft vor Baumaßnahmen Dritter festhalten müssen
  • Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die einen Antrag auf gerichtliche Beweissicherung technisch vorbereiten lassen
  • Auftraggeber und Auftragnehmer, die nach einer Vertragskündigung den Leistungsstand zum Stichtag feststellen lassen müssen
  • Projektentwickler und öffentliche Auftraggeber bei Vorhaben in dicht bebauter Umgebung

Welche Rissbilder an Fassade und Putz auf welche möglichen Ursachen hindeuten können, beschreibe ich unter Risse in Fassade, Putz und Sockel.

Was Sie mir schicken sollten

  • Lage und Art des Objekts sowie Anlass und geplanter Beginn der Arbeiten
  • Fotos des heutigen Zustands, soweit vorhanden — auch Handyfotos genügen für die erste Einschätzung
  • Pläne, Baubeschreibung oder Leistungsverzeichnis des geplanten Vorhabens
  • frühere Gutachten, Schadensmeldungen und bisheriger Schriftverkehr
  • bei Vertragskündigung zusätzlich: Vertrag, Nachträge und letzter Abrechnungsstand
  • ob bereits ein Verfahren läuft oder vorbereitet wird und wer Sie rechtlich vertritt

Wie erreiche ich Sie?

Am schnellsten telefonisch unter +43 699 130 488 76 oder per E-Mail an info@gericht-gutachter.at. Wenn Sie mir vorab schildern, was dokumentiert werden soll und bis wann, sage ich Ihnen, ob der Ortstermin kurzfristig möglich ist und welcher Umfang sinnvoll ist. Mein Büro ist in Höchst in Vorarlberg, wenige Minuten von der Schweizer Grenze.

Weitere Leistungen

Häufige Fragen zur Beweissicherung am Bau

Die Fragen, die mir Bauherren, Hausverwaltungen und Rechtsvertretungen zur Beweissicherung am häufigsten stellen: wann sie nötig ist, was sie von der gerichtlichen Beweissicherung unterscheidet und was am Ende dabei herauskommt.

Wann ist eine Beweissicherung zu spät?

Sobald der Zustand verändert ist. Wird eine Wand geschlossen, ein Estrich eingebracht oder eine Fassade überarbeitet, ist der Zustand, auf den es ankommt, nicht mehr zugänglich. Wer ihn später beweisen muss, steht ohne Grundlage da. Die Beweissicherung muss deshalb vor der Veränderung stattfinden, nicht danach.

Was unterscheidet die private von der gerichtlichen Beweissicherung?

Die private Beweissicherung beauftragen Sie direkt: Sie ist schnell, oft innerhalb weniger Tage, und Sie bestimmen den Umfang; ihre Beweiskraft vor Gericht ist die eines Privatgutachtens. Die gerichtliche Beweissicherung beantragt Ihre Rechtsvertretung bei Gericht — wird das Gericht tätig, arbeitet der bestellte Sachverständige nicht für eine Seite, sondern für das Gericht.

Brauche ich für eine Beweissicherung schon eine Rechtsvertretung?

Für die private Beweissicherung nicht — die beauftragen Sie direkt bei mir. Für die gerichtliche Beweissicherung ja, denn den Antrag stellt Ihre Rechtsvertretung bei Gericht. Ich bereite den Sachverhalt so auf, dass ein solcher Antrag technisch präzise gestellt werden kann.

Wird bei einer Beweissicherung auch beurteilt, wer verantwortlich ist?

Befund und Bewertung bleiben getrennt. Die Beweissicherung hält zunächst fest, was tatsächlich vorhanden ist. Sie erhalten eine Dokumentation, die für sich steht und auch dann noch verwertbar ist, wenn der Zustand längst verändert wurde. Die Bewertung ist ein eigener Schritt.

Wie läuft der Ortstermin ab?

Fotodokumentation, Maßaufnahme und, wo nötig, Bauteilöffnung in Abstimmung mit Ihnen. Der Umfang wird vorher festgelegt, damit klar ist, was untersucht wird und was nicht.

Der Nachbar baut – wann sollte ich mein Haus dokumentieren lassen?

Bevor die Arbeiten beginnen, also vor Aushub, Abbruch, Ramm- oder Verdichtungsarbeiten. Ich halte den Zustand Ihres Hauses mit Fotos, Maßen und den bereits vorhandenen Rissen fest. Treten während der Bauarbeiten neue Risse auf, lässt sich damit trennen, was vorher schon da war und was neu ist.

In welchem Gebiet werden Sie tätig?

In Vorarlberg, im Fürstentum Liechtenstein, in der Ostschweiz und im angrenzenden Süddeutschland. Bei gerichtlicher Bestellung gilt diese räumliche Einschränkung nicht.