Die Fassade reißt nach der Sanierung – und die Firma sagt, das sei normal
Ihre Styroporfassade ist beschädigt: Der Putz auf der Styropordämmung ist gerissen, nach der Sanierung zeichnet sich das Plattenraster ab, es gibt Hohlstellen oder Algen. Fachlich ist eine Fassade mit Styropor und Putz meist ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Der Schaden kann aus der Ausführung stammen, aus der Planung, aus dem verwendeten System – oder er ist physikalisch erwartbar und kein Mangel. Welcher Fall vorliegt, ist an der Oberfläche nicht erkennbar; die Ursache liegt in den Schichten darunter. Ich untersuche die Fassade und stelle die Ursache fest, bevor saniert wird. Ich bin Ing. Isa Erzi, allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Wärmedämmverbundsysteme und Verputzarbeiten (Fachgebiete 73.70 und 73.65), Büro in Höchst, Vorarlberg.
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Zuerst waren es feine Risse an den Fensterecken. Dann hat sich das Plattenraster durchgezeichnet, morgens bei feuchter Witterung besonders deutlich. Sie melden es der Firma, und die Antwort lautet: Das sei bei einer gedämmten Fassade, einer Styroporfassade, nun einmal so.
Das kann stimmen. Es kann aber genauso sein, dass zu wenig Kleber aufgetragen wurde, dass an den Fensterecken die diagonale Zusatzarmierung fehlt, dass das Armierungsgewebe falsch liegt oder dass Komponenten verschiedener Hersteller kombiniert wurden. Der Unterschied ist erheblich: Im einen Fall zahlen Sie die Sanierung selbst, im anderen schuldet sie die Firma, die die Fassade ausgeführt hat.
Geht es nicht um eine gedämmte Fassade, sondern allgemein um einen sichtbaren Schaden am Gebäude — einen Riss im Mauerwerk, eine feuchte Stelle, eine Verformung —, führt die Seite Bauschaden feststellen lassen in das Thema ein.
Meine Styroporfassade ist beschädigt – was kann dahinterstecken?
Schäden an der Styroporfassade zeigen sich meist so: Risse im Putz auf der Styropordämmung, ein Raster aus Fugen, das sich durchzeichnet, Stellen, die hohl klingen, Algen und grüne Flecken, dunkle oder feuchte Zonen unten am Sockel. Das sind typische Hinweise.
Mögliche Ursachen liegen in der Verlegung der Dämmplatten, im Kleber, in der Armierung, in den Dübeln, im Untergrund, im gewählten System oder in der Feuchte, die lange in der Fassade bleibt. Festgestellte Ursache ist es erst, wenn der Aufbau untersucht wurde. Genau das mache ich: Ich untersuche die beschädigte Fassade und stelle fest, woher der Schaden kommt.
Hat Ihre Fassade statt Putz eine Verkleidung aus Platten oder Holz, gegebenenfalls mit Dämmung dahinter, ist das eine hinterlüftete Fassade, also eine Fassade in Trockenbauweise; dafür finden Sie den Weg unter Meine hinterlüftete Fassade hat Schäden – wer kann das prüfen?.
Ihre Fassade zeigt solche Schäden? Dann schicken Sie mir Fotos und ein paar Angaben: Was Sie mir schicken sollten – danach rufen Sie an oder schreiben Sie mir.
Styroporfassade oder WDVS – was ist der Unterschied?
Mit „Styroporfassade“ meinen die meisten eine Fassade, bei der Dämmplatten auf die Wand geklebt und verputzt sind. Fachlich ist das meist ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Die Begriffe sind aber nicht gleichbedeutend: Styropor ist der Handelsname für einen bestimmten Dämmstoff, EPS (expandiertes Polystyrol), und nicht jede gedämmte Fassade hat diesen Dämmstoff.
Der Aufbau besteht beim Putz auf der Styropordämmung in der Regel aus der Dämmplatte, einer Armierungsschicht aus Armierungsmörtel mit eingebettetem Armierungsgewebe (auch Unterputz genannt) und dem Oberputz (auch Deckputz). Zusammen ergibt das das Putzsystem. Welcher Aufbau bei Ihrer Fassade tatsächlich vorliegt, stelle ich fest, statt ihn aus dem Aussehen zu schließen.
Warum die Fassade nicht einfach saniert werden sollte
Wer Risse schließen und neu streichen lässt, bevor die Ursache festgestellt ist, geht zwei Risiken ein: Liegt die Ursache in den Schichten darunter, kommt der Schaden wieder — und mit der Sanierung verschwindet der Zustand, an dem sich die Ursache hätte nachweisen lassen. Deshalb steht die Ursachenklärung vor der Sanierung, nicht danach.
Das ist kein theoretischer Einwand. Ein Schaden, der beseitigt wurde, bevor ihn jemand dokumentiert hat, lässt sich gegenüber der ausführenden Firma später kaum noch belegen — unabhängig davon, wie eindeutig er vorher war. Wenn Sie ohnehin sanieren wollen, lohnt sich zumindest eine Beweissicherung, solange der Zustand noch vorhanden ist.
Welche Ursachen kommen infrage?
Ein Riss ist ein Symptom, kein Befund. Dieselbe Erscheinung kann aus Planung, Ausführung oder System stammen oder bauphysikalisch erwartbar sein. Genau deshalb enden viele Auseinandersetzungen über Fassadenschäden ergebnislos: Beide Seiten diskutieren über das Bild an der Wand, ohne dass jemand festgestellt hätte, wie die Wand aufgebaut ist.
Plattenabzeichnungen. Das Raster der Dämmplatten wird sichtbar, meist bei feuchter Witterung und in den Morgenstunden. Hier geht es um das Abtrocknungsverhalten der Oberfläche, um Tauwasser, um die Wärmespeicherfähigkeit der Schichten — und um die Frage, ob Ausführung und Aufbau das Bild verstärkt haben.
Risse im Plattenraster und an Öffnungsecken. Zu klären sind Plattenverlegung und Fugenversatz, Kreuzfugen, die diagonale Zusatzarmierung an Fenster- und Türecken, die Lage des Armierungsgewebes im Mörtelbett und die Schichtdicken.
Dübelabzeichnungen und Hohlstellen. Hier geht es um Klebeflächenanteil, Klebebild, Art und Anzahl der Dübel, ihre Lage und die Beschaffenheit des Untergrunds.
Veralgung und Vergrünung. Wenn die Fassade feucht bleibt oder grüne Flecken und Algen zeigt, sind zu prüfen: Ausrichtung und Bewitterung, Dachüberstand und Spritzwasser, das gewählte Putzsystem und die Frage, ob das Erscheinungsbild dem entspricht, was bei diesem System zu erwarten war.
Durchfeuchtung im Sockel und an Anschlüssen. Sockelausbildung, Anschlüsse an Fensterbänke, Balkone und Dach, Abdichtungen und Gefälle — dort entstehen Schäden, die später als Fassadenschaden erscheinen, aber woanders ihren Ursprung haben. Steht die Feuchte im Vordergrund, siehe Feuchte Wand und Schimmel; zu Putzschäden am Sockel siehe Sockel am Haus: Putz gerissen oder feucht.
Und quer über allem die Frage, die fast jeden Fall entscheidet: Wurde ein zugelassenes System verwendet und durchgehend eingehalten — oder wurden Komponenten verschiedener Hersteller kombiniert?
Eines dieser Bilder kommt Ihnen bekannt vor? Dann schicken Sie mir Fotos und ein paar Angaben: Was Sie mir schicken sollten – danach rufen Sie an oder schreiben Sie mir.
Wie ein solcher Schaden aussieht – ein Fall aus der Praxis
Die drei Aufnahmen stammen aus einer eigenen Begutachtung. Die Fassade wurde systemkonform ausgeführt, die Lieferscheine weisen die Materialien des Herstellers aus – und trotzdem zeichnen sich die Plattenstöße durch den Putz ab und haben Risse gebildet.



Aufnahmen aus eigener Begutachtung; Objekt und Beteiligte sind nicht erkennbar.
Der Fall zeigt, warum sich Fassadenschäden nicht aus den Unterlagen allein beurteilen lassen: Papier und Bauteil sagen nicht dasselbe. Wer nur Lieferscheine prüft, findet hier nichts – der Schaden ist trotzdem vorhanden, und die Frage nach Ursache und Verantwortung beginnt erst an diesem Punkt.
Ist die Fassade nicht gedämmt, sondern verputztes Mauerwerk, oder liegt der Schaden vor allem im Sockel, führt die Seite Risse in Fassade, Putz und Sockel weiter.
Wurde die Fassade mit Styropor richtig ausgeführt?
Ob eine Styroporfassade richtig ausgeführt wurde, zeigt erst der Vergleich zwischen dem, was verbaut wurde, und dem, was geschuldet war: Systemzulassung, Verarbeitungsrichtlinie des Herstellers, ÖNORM B 2259 in der zum Ausführungszeitpunkt geltenden Fassung und der Vertrag.
Dasselbe gilt, wenn eine Fassade saniert wurde und Sie wissen wollen, ob die Sanierung mangelhaft war: Ich prüfe, was im Aufbau vorgefunden wird und was davon dem Gewerk zuzuordnen ist; entscheidend ist nicht, ob Risse da sind, sondern was dahintersteckt.
Sie wollen wissen, ob Ihre Fassade richtig ausgeführt wurde? Dann schicken Sie mir Fotos und ein paar Angaben: Was Sie mir schicken sollten – danach rufen Sie an oder schreiben Sie mir.
Wie wird die Ursache festgestellt?
Zuerst zerstörungsfrei: systematische Aufnahme der Fassade mit Fotodokumentation, Rissaufnahme mit Rissbreitenmessung, Klopfprüfung auf Hohllagen, Thermografie zur Darstellung von Klebebild, Dübellage und Hohlstellen, Feuchtemessung. Reicht das nicht, wird der Aufbau an einer geeigneten Stelle geöffnet.
Bei der Öffnung wird festgestellt, was tatsächlich verbaut wurde: Schichtenfolge, Klebeflächenanteil, Verdübelung, Lage und Überlappung des Armierungsgewebes, Schichtdicken, bei Bedarf Haftzugprüfung. Der Eingriff bleibt klein und wird wieder geschlossen.
Anschließend halte ich das Vorgefundene gegen die Zulassung des Systems, gegen die Werkvertragsnorm ÖNORM B 2259 in der zum Ausführungszeitpunkt geltenden Fassung und gegen die Verarbeitungsrichtlinie des Herstellers. Das ist der Punkt, an dem sich meist entscheidet, ob ein Ausführungsfehler vorliegt — denn diese Richtlinie wird mit der Beauftragung zum Maßstab, an dem die Ausführung gemessen wird.
Was bekommen Sie als Ergebnis?
Eine schriftliche Feststellung: was vorgefunden wurde, woraus der Schaden entstanden ist, welchem Bauteil oder Gewerk er technisch zuzuordnen ist und was eine fachgerechte Sanierung erfordert. Damit können Sie gegenüber der ausführenden Firma auftreten, solange Ihre Gewährleistungsfristen laufen.
Und falls die Untersuchung ergibt, dass die Ausführung in Ordnung war und das Schadensbild bauphysikalisch erwartbar ist, schreibe ich das genauso hin. Ein Ergebnis, das nur in eine Richtung gehen darf, ist nichts wert — weder für Sie noch vor Gericht.
Die technische Feststellung ist keine rechtliche Beurteilung. Ob und in welchem Umfang daraus Ansprüche folgen, entscheidet Ihr Anwalt oder das Gericht; meine Arbeit liefert dafür die Tatsachengrundlage.
Wer untersucht Schäden an der Styroporfassade?
Ich: Ing. Isa Erzi. Ich untersuche Schäden an Styropor- und Dämmfassaden und stelle die Ursache fest. Gerichtlich zertifiziert bin ich als allgemein beeideter Sachverständiger für Wärmedämmverbundsysteme und Verputzarbeiten (Landesgericht Feldkirch; als Nachweis die Nummern 73.70 und 73.65), Büro in Höchst, Vorarlberg. Ich habe diese Aufbauten selbst ausgeführt, bevor ich sie begutachtet habe.
Allein 2026 habe ich bereits rund 25.000 m² Fassadenflächen fachlich kontrolliert. Das ist der Vergleichsmaßstab, an dem ich ein Schadensbild messe: was bei einer gedämmten Fassade erwartbar ist – und was nicht.
Ich weiß, wie eine Fassade auf der Baustelle entsteht, welche Abkürzungen dort genommen werden und woran man sie Jahre später erkennt. Das ist der Unterschied zwischen einer Beschreibung des Schadensbildes und einer belastbaren Ursachenzuordnung. Wie ein solcher Fall in der Praxis aussieht, zeigen die Beispiele aus der Praxis auf der Startseite.
Auch Fassaden mit Dämmung und Verkleidung, also hinterlüftete Fassaden in Trockenbauweise, untersuche ich; sie gehören zu meinem gerichtlich zertifizierten Fachgebiet Trockenbauarbeiten (73.75). Dazu siehe hinterlüftete Fassade mit Schäden prüfen lassen.
Wollen Sie ein Haus mit gedämmter Fassade kaufen und vorher wissen, in welchem Zustand sie ist, hilft die technische Prüfung vor dem Kauf.
Was Sie mir schicken sollten
- Fotos der Fassade in Übersicht und Detail, möglichst bei trockener und bei feuchter Witterung
- Zeitpunkt der Ausführung und ausführende Firma
- Systemdatenblätter oder Lieferscheine, aus denen das verwendete System hervorgeht, falls vorhanden
- Ausschreibung, Auftrag und Abnahmeprotokoll
- Bisheriger Schriftverkehr mit der Firma und frühere Gutachten
Wie erreiche ich Sie?
Am schnellsten telefonisch unter +43 699 130 488 76 oder per E-Mail an info@gericht-gutachter.at. Schicken Sie mir Fotos der Fassade und zwei, drei Sätze zur Situation — ich melde mich zurück und sage Ihnen, was das Bild vermuten lässt und ob eine Untersuchung vor Ort sinnvoll ist.
- Isa Erzi, Mst. Ing., B.A., MBA — Finkenweg 4, 6973 Höchst, Vorarlberg
- Tätig in Vorarlberg, der Ostschweiz und Liechtenstein
- Anfrageformular auf der Startseite
Wenn aus der Untersuchung eine Sanierung wird
Mit der Feststellung der Ursache ist das Problem beschrieben, aber noch nicht gelöst. Der schwierigere Teil kommt danach: eine Sanierung, die die Ursache beseitigt und nicht nur das Bild an der Wand — ausgeschrieben so, dass die Angebote vergleichbar sind, überwacht so, dass derselbe Fehler nicht ein zweites Mal entsteht.
Diesen Weg begleite ich, wenn Sie es wollen: vom Sanierungskonzept über die Leistungsbeschreibung und die Vergabe bis zur Überwachung der Ausführung und zur Prüfung der Schlussrechnung. Für Bauherren mit größeren Beständen oder laufenden Projekten übernehme ich das als dauerhafte Begleitung — Bauherrenvertretung gegenüber den ausführenden Firmen, technische Qualitätskontrolle und Kostenkontrolle, bei Projekten in der Schweiz und in Liechtenstein als Bauherrenvertretung und Projektsteuerung.
Es muss nicht so weit gehen. Wenn Sie nach der Feststellung selbst weitermachen wollen, ist das der normale Fall. Bei der Übernahme der sanierten Fassade helfen Bauabnahme und Mängelrüge, bei Streit über Nachträge und Mehrkosten das Claim-Management. Liegt Ihnen bereits eine Schlussrechnung vor, die nicht nachvollziehbar ist, gehört sie geprüft; liegt bereits ein Gutachten vor, das nicht zu dem passt, was Sie sehen, lässt es sich fachlich überprüfen.